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31.05.2012 Kategorie: Pressestelle

Diakonie braucht Zentrale

Interimsdirektor Seifert bittet Landessynode, Einsparungsvorgaben neu zu prüfen

Goslar. Die Neuordnung des Diakonischen Werkes kann mit der notwendigen Unterstützung der Landeskirche gelingen. Dieses positive Fazit zog Interimsdirektor Andreas Seifert zu Beginn der aktuellen Tagung der braunschweigischen Landessynode am 31. Mai in Goslar.

Allerdings gab er zu bedenken, dass die von der Synode intendierte Stärkung der gemeindenahen Kreisstellen mit den beschlossenen Einsparungsvorgaben nicht zu erreichen sei. „Uns fehlen strukturell etwa 350.000 Euro", betonte Seifert. Diese Summe fehle, wenn der Zuschuss der Landeskirche 2013 auf eine Million Euro sinke. Er forderte deshalb die Landessynode auf, den Zuschuss für das Diakonische Werk noch einmal neu zu prüfen und zu entscheiden.

Nach den Personalkürzungen bleiben seinen Angaben zufolge von 44 Vollzeitstellen in der Zentrale des Diakonischen Werkes etwa 16 Vollzeitstellen übrig. Davon seien lediglich acht Stellen budgetfinanziert, der Rest werde über Drittmittel getragen. Insgesamt brauche das Diakonische Werk mit allen Mitarbeitenden in den Kreisstellen nur noch 50 Vollzeitkräfte.

Allerdings müsse die Vernetzung der Arbeit weiter durch die Zentrale erfolgen. Denn auch von den verbleibenden 34 Stellen vor Ort seien derzeit 19 (56 Prozent) durch Drittmittel finanziert. Die Anwerbung, Betreuung und Abrechnung erfordere eine Zentrale, die alles fachkundig in der Hand hält: „Wenn wir hier sparten, verlören wir doppelt und dreifach", so Seifert.

Als Möglichkeit einer künftigen Förderung des Diakonischen Werkes brachte er die Gründung einer Stiftung ins Gespräch. Sie könne auf Erlöse aus dem Verkauf der Betriebsgesellschaften zurückgreifen. Seifert informierte die Landessynode darüber, dass in den vergangenen zwölf Monaten fünf Gesellschaften ohne den Verlust von Arbeitsplätzen über ein Bieterverfahren an andere diakonische Träger verkauft worden seien.

Dabei habe das Werk zwar einen Bilanzverlust von rund fünf Millionen Euro in Kauf nehmen müssen, gleichzeitig aber einen Liquiditätszufluss von 7,1 Millionen Euro erzielt. Dieses Geld könne dazu dienen, den Umbauprozess abzufedern.

Seifert ging vor der Landessynode auch auf die bekannt gewordenen Managementprobleme im Diakonischen Werk ein. Die Erkenntnisse der Wirtschaftsprüfer würden derzeit juristisch überprüft. Dadurch sollen eventuelle Schuld- und Haftungsfragen geklärt werden. Sein vorläufiges Fazit laute indessen, dass es keine Fälle von Unterschlagung oder Spesenbetrug gegeben habe.

Auch bei der Überprüfung der Mittelverwendung rechne er nicht mit Fällen von Unredlichkeit oder Fehlverwendung. Allerdings räumte er Mängel bei der Zuordnung von Kosten, der internen Verrechnung und der Einhaltung steuerlicher Regeln ein. In der Konsequenz seien die Jahresabschlüsse für die Jahre 2009 und 2010 geändert worden, was auch zu korrigierten Steuererklärungen führe.

Ob hier Schaden entstanden sei, könne noch nicht gesagt werden. Selbst wenn, wäre nach Seiferts Auffassung allerdings zu bedenken, dass die Wirtschaftsprüfer den Aufsichtsräten damals ihre uneingeschränkten Testate erteilt hätten. Es handele sich um komplexe Sachverhalte, die mit Sorgfalt bearbeitet werden müssten, ohne vorschnell einzelne Personen in Misskredit zu bringen.

Seifert wies auch darauf hin, dass er seine Arbeit für das Diakonische Werk Ende Juni vertragsgemäß beenden werde. Vor diesem Hintergrund habe der Aufsichtsrat zwei Personen aus dem eigenen Hause mit je einer halben Stelle für eine weitere Interimsphase von 18 Monaten bis Ende 2013 als Leitung vorgeschlagen. Eine Entscheidung darüber treffe die Mitgliederversammlung am 14. Juni.

Außerdem gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass 2013 ein Diakonisches Werk Niedersachsen gegründet werde. Für das Diakonische Werk Braunschweig könne das die „passende Anschlussstelle auf Niedersachsenebene" darstellen.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer dankte als Diakoniereferent der Landeskirche Seifert mit herzlichen Worten: Der Hannoveraner Seifert habe ihm, dem gebürtigen Braunschweiger, „das Gefühl für unser Diakonisches Werk zurückgegeben". Gleichzeitig warb Hofer für die Entwicklung eines Diakonischen Werkes in Niedersachsen und bat insbesondere die Oldenburger Kirche, sich daran zu beteiligen.

Auch Domprediger Joachim Hempel dankte als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses dem Interimsdirektor. Seifert habe es geschafft, im Diakonischen Werk für transparente Verhältnisse zu sorgen. Landesbischof Weber würdigte die Aufarbeitung der Ungereimtheiten in der Einrichtung. Es sei richtig, nicht „das Mäntelchen der Liebe über die Vorgänge zu hängen". Am Ende müsse auch über Verantwortung geredet werden, ohne einzelne Personen zu diffamieren oder zu kriminalisieren.

Informierte über die Lage des Diakonischen Werkes: Interimsdirektor Andreas Seifert.

Thomas Hofer dankte Andreas Seifert mit herzlichen Worten.

Joachim Hempel unterstrich das neue Bemühen um Transparenz im Diakonischen Werk.

Landesbischof Friedrich Weber würdigte die Aufarbeitung der Ungereimtheiten. Fotos (4): S. Hübner