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16.12.2011 Kategorie: Pressestelle

Kirchen begrüßen Inklusion

Anhörung zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern

Hannover/Braunschweig (epd/Eig. Ber.). Der Landeselternrat Niedersachsen und die Kirchen begrüßen die geplante Einführung des gemeinsamen Schulunterrichts für behinderte und nichtbehinderte Kinder. Nach Ansicht der Elternvertreter reicht allerdings das bisher vorgesehene Geld nicht aus, um das Modell der "Inklusion" richtig umzusetzen, sagte der Vorsitzende Pascal Zimmer anlässlich einer Landtagsanhörung am 15. Dezember: "Allen in Verantwortung stehenden Beteiligten sollte bewusst sein, dass die Umsetzung von Inklusion als Sparmodell von vornherein zum Scheitern verurteilt sein wird."

Nach den Berechungen des niedersächsischen Kultusministeriums ist bis 2018 ein Mehrbedarf von 955 Lehrerstellen und insgesamt 44,8 Millionen Euro zu erwarten. Landesweit bestehen bereits rund 400 Integrationsklassen.

Die evangelischen Kirchen erklärten bei der Anhörung, die Idee der Inklusion entspreche dem christlichen Menschenbild, nach dem jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit geachtet werde. "Die zukünftige Schule kann nur eine inklusive Schule sein", betonte Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track. Allerdings müssten die Lehrer durch Fortbildung auf die neuen gemeinsamen Lerngruppen vorbereitet werden. Andernfalls seien Konflikte programmiert. Auch die pädagogische Ausbildung der Lehrer müsse ergänzt werden.

Gäfgen-Track appellierte an die Landtagsfraktionen, auch die berufsbildenden Schulen in die Überlegungen mit einzubeziehen. Diese würden bei den vorliegenden Gesetzentwürfen nicht explizit bedacht. Die Kirchen plädieren für einen Start der inklusiven Schule im kommenden Schuljahr 2012/13 und schließen sich damit der Forderung von SPD und Grünen an.

Nach dem Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und FDP sollen Eltern ab August 2013 wählen können, ob sie ihr behindertes Kind auf eine Regelschule oder eine Förderschule schicken. Grundschulen können schon im August 2012 starten

Mit dem Thema Inklusion hatte sich auch die diesjährige Tagung der Haupt-, Real-, Sonder- und Neuen Oberschulleitungen im Tagungszentrum Haus Hessenkopf in Goslar befasst. Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte Professor Dr. Clemens Hillenbrand (Oldenburg), in welcher Weise das Menschenrecht auf "Inklusion" in der Schule durch entsprechende Unterrichtsorganisation umgesetzt werden könnte. 120 Schulleiterinnen und Schulleiter aus dem Raum Braunschweig waren der Einladung des Arbeitsbereichs Religionspädagogik und Medienpädagogik der Landeskirche Braunschweig und der Landesschulbehörde gefolgt.

Landeselternrat Niedersachsen
Kirche und Schule

Schulleiterinnen und Schulleiter bei einer Tagung zum Thema Inklusion im Haus Hessenkopf.

Beitrag von Evangelischer Pressdienst und Eigener Bericht