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17.05.2003 Kategorie: Pressestelle

Neue Dynamik im Reformprozess

Landessynode beschließt in Goslar Paket von zukunftsweisenden Gesetzen

Goslar. In der braunschweigischen Landeskirche können Menschen künftig unbürokratischer als bisher Mitglied der Kirche werden. Dafür hat die Landessynode am Samstag, 17. Mai, bei ihrer jüngsten Tagung in Goslar gesorgt. Sie hat verschiedene Reformgesetze verabschiedet, die unter anderem die Arbeit so genannter Wiedereintrittsstellen auf eine neue gesetzliche Grundlage stellen. Künftig reicht eine Erklärung der wieder aufzunehmenden Person für einen Eintritt aus. Über die Aufnahme entscheiden ordinierte Pfarrerinnen und Pfarrer. In der Regel werden wieder Aufgenommene Mitglied der Kirchengemeinde, in deren Bereich sie ihren Wohnsitz haben. Es besteht jedoch die Möglichkeit, durch eine entsprechende Erklärung Mitglied einer anderen Gemeinde zu werden. Die aufnehmende Gemeinde soll die Betreffenden zu einem der nächsten Abendmahlsgottesdienste einladen. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein seelsorgerliches Gespräch, in dem die Ernsthaftigkeit des Ansinnens geprüft werden soll. Für die Propstei Braunschweig hat die Landessynode die Neuregelung des Propstamtes beschlossen. Im Rahmen des dortigen Reformprozesses soll dieses künftig als ganze und nicht mehr als halbe Stelle wahr genommen werden. Darüber hinaus wird ein stellvertretender Propst berufen, der eine halbe Stelle inne hat. Die Kirchenregierung wird im Benehmen mit dem Propsteivorstand die Aufgaben des Propstes und seines Stellvertreters festlegen. Landesbischof Weber nannte diese Veränderung "charmant und sinnvoll". Er verspreche sich da-durch unter anderem verstärkte Visitationen der Gemeinden durch den Propst. Darüber hinaus hat die Landessynode ein Reformgesetz in eigener Sache beschlossen. Dies betrifft insbesondere den Entsendungsschlüssel der zu wählenden Landessynodalen. Dieser berücksichtigt künftig die Veränderungen bei den Mitgliederzahlen in den Propsteien. Außerdem orientiert er sich am Verhältnis zwei zu eins für Pfarrer und Nichttheologen. Auf Antrag von Pfarrer Thomas Hofer (Braunschweig) entschloss sich die Synode allerdings, der Propstei Braunschweig zwei zusätzliche nichtordinierte Mitglieder der Landessynode zuzugestehen. Damit soll Braunschweig als besonderer Standort für die Landeskirche gewürdigt werden. Heftig debattiert wurde die Frage, in wie fern hauptamtliche nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kirchlicher Rechtsträger künftig Mitglieder der Landessynode sein sollen. Während sich einige Synodale dafür aussprachen und auf die große Zahl dieser Gruppe verwiesen (9000 in Kirche und Diakonie), warnten andere, die Landessynode könne zu einer berufsständischen Interessenvertretung werden. Dies konterkariere das Bemühen der Kirche, sich in neuer Weise den weniger eng verbundenen Mitgliedern zu öffnen. Die Synode entschied sich letztlich dafür, die bisherige restriktive Regelung beizubehalten. mic

Oberlandeskirchenrätin

Dr. Karla Sichelschmidt