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17.09.2012 Kategorie: Pressestelle

Verantwortung aus christlicher Sicht

Vortrag von Landesbischof Weber als Catholica-Beauftragter in der Akademie Tutzing

Braunschweig/Tutzing. „Allen Kirchen ist die Aufgabe zugewiesen, Fürsprecher des Lebens in all seinen Phasen zu sein. Dabei ist der Bezugspunkt alles kirchlichen und christlichen Handelns Gott selbst. Er gibt sich den Menschen als ‚Freund des Lebens' (Weisheit Salomos, 11,26) zu erkennen. Und er beruft und befähigt die Menschen, selbst Freunde des Lebens zu sein." Das betonte der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), bei einem zweitägigen Symposium in der Evangelischen Akademie Tutzing.

Unter dem Titel „Verantwortung für das Leben aus christlicher Sicht" thematisierte der Braunschweiger Landesbischof die Wurzeln christlicher Ethik vor dem Hintergrund von Aufklärung und atheistischer Weltsicht und ging der Frage nach, welche Aspekte eine evangelische Ethik zu einer christlichen Sicht beizusteuern habe. Dabei nimmt die Bestimmung des Menschen zur Freiheit eine besondere Rolle ein.

Während die „Autorität der Vernunft" den Menschen als selbstbestimmtes freies Wesen sehe und der Atheismus die kategorische Frage „Gott oder Freiheit?" stelle, sieht Weber „Gott" und „Freiheit" nicht als konkurrierende Instanzen. Für Paulus und Johannes sei Freiheit Zentralbegriff zur Auslegung der neuen Existenz, die sich der Gnade Gottes verdanke. „Das Geschenk der Gnade ist Freiheit statt Knechtschaft. Freiheit ist deswegen nicht Ziel menschlicher Bemühungen, sondern Voraussetzung", betonte Weber. Das menschliche Wirken sei nicht Bedingung, sondern Frucht des göttlichen Wirkens. „Luther spricht davon, dass wir im Glauben gerechtfertigt hinaus ins aktive Leben gehen."

„Ökumene des Lebens – auch in ethischen Fragen?" nannte sich das Symposium, das am 14. und 15. September in der Evangelischen Akademie in Tutzing stattfand. Es wurde gemeinsam mit der Katholischen Akademie ausgerichtet und widmete sich unter  anderem folgenden Fragen: „Wie sieht heute Verantwortung für das Leben aus christlicher Sicht aus? Wo liegen in ökumenischer Perspektive die Gemeinsamkeiten? Und wie lässt sich das Trennende überwinden?" Neben Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber gehörten unter anderem Prof. Dr. Ulrich Eibach (Bonn) und Prof. Dr. Klaus Tanner (Heidelberg) zu den Referenten.

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Vortrag im Wortlaut

Landesbischof Weber (r.) bei seinem Vortrag in Tutzing. Foto: EAT

Beitrag von Gundolf Holfert/VELKD