Braunschweig (epd). Landesbischof Weber tritt in der Debatte um aktive Sterbehilfe dafür ein, das Leid und die Wünsche von Patienten stärker zu respektieren. "Menschen wollen in Würde sterben, und dazu gehört auch für viele die Möglichkeit, am Ende selbst zu entscheiden", sagte Weber in einem Vortrag zum Thema "Ethik am Lebensende" am 4. September in Braunschweig. Er mahnte zugleich, dass Leben nach christlicher Überzeugung nicht von Menschen selbst gegeben oder genommen werden könne.
Eine moderne Rechtsordnung sollte dennoch besondere Grenzfälle respektieren und diese nicht mehr durch Vorschrift, Verbot oder Strafe normieren. "Die Verantwortung vor Gott verbietet es, selbstmächtig über das Leben zu verfügen", sagte Weber. "Aber es gibt eine Grenze, jenseits derer das, was an sich ethisch richtig ist, nur noch eine Unbarmherzigkeit darstellt."
Er sei sich bewusst, dass das Tötungsverbot aufgeweicht werden könnte, wenn der Weg zur aktiven Sterbehilfe auch nur für einen einzigen Grenzfall ein Stück weit geöffnet würde: "Dennoch ist das ethische Wagnis nicht aus der Welt zu schaffen. Es ist eine Gratwanderung. Unser Leben und unser Sterben sind solcher Art, dass es die eindeutigen Lösungen mitunter nicht gibt."
Der christliche Glaube nehme Leid ernst, indem er alles dafür tue, es zu lindern, sagte der Bischof. Er hob die Arbeit von Palliativmedizinern, der Hospizbewegung und anderen Helfern hervor, die sterbende Menschen begleiteten.
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