Goslar/Braunschweig. Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer hat das Kirchensteuerverteilsystem der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen kritisiert. Es entspreche nicht mehr den aktuellen Verhältnissen und benachteilige die Landeskirche Braunschweig stark, sagte er vor der braunschweigischen Landessynode am Donnerstag, 30. Mai in Goslar.
Der Grund dafür sei die Orientierung des Systems an den Mitgliederzahlen. Stattdessen müsse das reale Pro-Kopf-Aufkommen bei der Lohn- und Einkommensteuer für die Bemessung zugrunde gelegt werden. Dieses sei aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Braunschweiger Land besser als zum Beispiel in Oldenburg.
Trotzdem sinke die Kirchensteuerzuweisung an Braunschweig, weil hier die Mitgliederentwicklung negativer sei als in Oldenburg. Dadurch entgehe der Landeskirche ein Betrag von rund einer Million Euro pro Jahr, so der Finanzreferent.
Während die Kirchensteuer aus der Lohnsteuer korrekt den Gebieten der Landeskirchen zugeordnet werden könne, sei dies bei der Einkommensteuer kaum möglich. Hier gebe es mit Blick auf die Finanzamtsbezirke eine allgemeine Vereinbarung, welche Bezirke den Landeskirchen jeweils zugute kämen.
Mit der Folge, dass Braunschweig aus etwa 40 Kirchengemeinden keinen Cent Kirchensteuer aus dem Topf der Einkommensteuer erhalte. Vor diesem Hintergrund, so Mayer, müsse das Kirchensteuerverteilsystem mit den vier anderen evangelischen Kirchen in Niedersachsen neu verhandelt werden. Die Kirchensteuer errechnet sich aus der Lohn- und Einkommensteuer und beträgt neun Prozent.




