Braunschweig (epd). Die Diakonie der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig wird neu geordnet. Interims-Direktor Andreas Seifert (66) kündigte am 17. Juni an, das Diakonische Werk werde seine eigenen Einrichtungen etwa in der Jugend-, Alten- und Suchthilfe nicht länger selbst betreiben. Sie sollten "in die Hände interessierter Mitgliedseinrichtungen überführt werden". Das Diakonische Werk soll sich laut Seifert auf seine Rolle als Mitgliederverband diakonischer Einrichtungen konzentrieren.
Von der Umstrukturierung betroffen sind den Angaben zufolge unter anderem das Elisabethstift, das Amalie-Sieveking-Haus in Wolfenbüttel und das Lukaswerk. Seifert sagte, er wolle die Umstrukturierung "geräuschlos" vollziehen. An erster Stelle stehe die Frage, welche Mitgliedseinrichtung in der Lage sei, die bisherige Arbeit verlässlich fortzuführen und weiterzuentwickeln. "Dazu gehört auch die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze."
Der Diplom-Volkswirt Gerhard Ridderbusch (53), ein Managementberater aus Hannover, soll die Umstrukturierung aktiv begleiten. Seifert erwartet von der Neuorganisation eine klarere Rollenzuordnung und verminderte finanzielle Risiken. Die angestrebte Lösung sei im Interesse der Mitgliedseinrichtungen, sagte Seifert, der 26 Jahre lang die Pestalozzi-Stiftung in Hannover geleitet hat. "Bis Jahresende soll das Wichtigste geschafft sein."
Der bisherige Diakonie-Direktor Lothar Stempin hatte vor einer Woche das Diakonische Werk verlassen. Er übernimmt die Leitung des Berufsbildungswerkes Goslar, einer Mitgliedseinrichtung der Diakonie. Die braunschweigische Landessynode hatte im November 2010 eine erhebliche Kürzung der Zuschüsse an das Diakonische Werk beschlossen. Die Kirche diskutiert derzeit, ob die Direktorenstelle ganz gestrichen und das Werk direkt dem Landeskirchenamt in Wolfenbüttel unterstellt werden soll.




