Hamburg/Braunschweig. In den vergangenen Wochen ging eine große angelegte Aktion der Salafisten durch die Medien. Die ultrakonservativen Muslime verteilten in deutschen Großstädten kostenlos Korane. In seinem ersten Videoblog für die Evangelische Kirche im NDR äußert der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber seine Sorge über den Missbrauch des Korans für politische Zwecke. Sein Kommentar ist ab 21. Mai auf der Internetpräsenz des NDR online.
Bischof Weber hat nichts dagegen, dass heilige Bücher verteilt werden. Die Religionsfreiheit erlaube solche Aktionen, aber nicht als Kampfmittel gegen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Der Bischof erinnert an die Anschläge vom 11. September 2001 - die beteiligten Terroristen waren Salafisten. Auch die jüngsten Straßenschlachten in Bonn zwischen Salafisten und Rechtsextremen zeigen, „dass wir die Herausforderungen des Extremismus noch nicht bewältigt haben."
Dabei betont der Landesbischof, dass die „entscheidende Trennlinie nicht zwischen Christen und Moslems verlaufe, auch nicht zwischen Demokratie und Islam, sondern zwischen Fundamentalismus und Toleranz". Als Bischof einer christlichen Landeskirche sagt er: „Menschen mit muslimischen Glauben gehören zu Deutschland und sind willkommen."
Aber der salafistische Extremismus müsse mit allen Mitteln bekämpft werden, die unserer Demokratie zu Gebote stehen, so Weber. „Und ich bin sicher, damit bin ich mir mit fast allen Muslimen in Deutschland einig."
Nach dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister und dem evangelischen Bischof Gerhard Ulrich aus Schleswig ist Landesbischof Weber das dritte Kirchenoberhaupt mit dem die Evangelische Kirche im NDR ein monatliches Videoformat mit dem Titel „Ansichtssache" produziert.




