Goslar. Die Landeskirche Braunschweig ist auf ihrem Konsolidierungsweg einen guten Schritt vorangekommen. Das betonte Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer bei der jüngsten Tagung der Landessynode am 16. November in Goslar. Erstmals konnte die Landeskirche wieder einen Doppelhaushalt verabschieden, der ohne geplante Rücklagenentnahmen auskommt.
Grundlage dafür ist das neue Finanzausgleichsgesetz (FAG), das die Landessynode im Juni dieses Jahres beschlossen hatte. Für das Jahr 2013 weist der Haushalt ein Volumen von 81,5 Millionen und für 2014 von 80,5 Millionen Euro aus. Durch die gute konjunkturelle Lage, so Mayer, rechne die Landeskirche mit Kirchensteuereinnahmen von knapp 64 Millionen in 2013 und knapp 63 Millionen Euro in 2014.
Bis Oktober 2012 sei das Steueraufkommen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa elf Prozent gestiegen. Trotzdem warnte der Finanzreferent vor Euphorie. Die erfreulichen Einnahmen dürften nicht darüber hinweg täuschen, dass die Kirche mittel- und langfristig weitere strukturelle Veränderungen einleiten müsse, um auch in den nächsten Jahren ausgeglichene Haushalte vorlegen zu können.
Vor allem die Entwicklung der Personalkosten sei problematisch: „Wir gehen davon aus, dass die Personalkosten durchschnittlich um 1,5 Prozent pro Jahr zunehmen und diese Zunahme angesichts von derzeit noch wenigen Abgängen nicht vollständig kompensiert werden kann." Nach Mayers Darstellung wachsen sie in 2013 und 2014 um über 1,6 Millionen Euro an. Das sei ziemlich genau die Größenordnung, die an anderen Stellen gekürzt werden mussten.
Vor diesem Hintergrund müsse die Landeskirche inhaltliche Arbeit zusammenstreichen, um die Personalkosten aufzufangen: „Dabei haben wir nicht einmal mehr Personal, nein, wir haben weniger", so Mayer. Der Finanzreferent wies auch darauf hin, dass die Landeskirche bis Anfang der 2020er Jahre etwa zwei Pfarrerinnen und Pfarrer pro Jahr einstellen wird, obwohl dadurch der beabsichtigte Personalabbau nicht ganz erreicht werde; ab 2021 seien es drei Pfarrpersonen pro Jahr. Ab 2023 gingen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, dann werde der Überhang zügig abgebaut.
Zu den Prioritäten des neuen Haushalts gehörten unter anderem die evangelischen Kindergärten, die in 2013 wieder deutlich besser ausgestattet werden. Sie erhalten rund 250.000 Euro mehr, etwa zehn Prozent, wie Mayer unterstrich.
Aber auch die Kirchengemeinden können mit höheren Budgetzuweisungen rechnen. In 2013 erhalten sie rund 13,4 Millionen Euro. Außerdem kündigte der Finanzreferent eine Sonderausschüttung an die Kirchengemeinden im Frühjahr 2013 an. Sie sollen mit etwa 800.000 Euro an den guten Kirchensteuereinnahmen in 2012 profitieren.
Landesbischof Weber zeigte sich erfreut, dass die Landeskirche mit dem neuen FAG ihr strukturelles Defizit in den Griff bekommen habe. Die Reformen seien erfolgreich, betonte er und dankte den Kirchensteuerzahlern, die mit ihren Beiträgen die kirchliche Arbeit ermöglichen.
Weber erinnerte daran, dass die Landeskirche einen „bitteren Prozess" hinter sich habe, der durch viele Kürzungen und Anpassungsmaßnahmen gekennzeichnet sei. Jetzt gehe es noch darum, die Ausgaben für die Verwaltung zu senken.





