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05.04.2012 Kategorie: Pressestelle

Osterfeuer weiter populär

Auch im Braunschweiger Land hat der volkstümliche Brauch eine lange Tradition

Braunschweig (epd). In Niedersachsen und Bremen werden auch in diesem Jahr wieder mehrere Hundert Osterfeuer angezündet. Die Osterfeuer gingen auf einen vorchristlichen Brauch zurück, sagte der Braunschweiger Historiker Gerd Biegel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bis heute habe sich ihre Bedeutung mehrfach gewandelt.

Ursprünglich hätten die Menschen die Auferstehung der Natur nach dem langen Winter gefeiert, erläuterte der Professor für Regionalgeschichte. "Das Feuer sollte den Winter endgültig zum Schmelzen bringen." Der heidnische Brauch sei wegen seiner Popularität später von den christlichen Kirchen umgedeutet worden. Der Lichtschein habe fortan als Symbol für Christus gegolten. Strenge Pastoren hätten jedoch immer wieder von der Kanzel gegen die Osterfeuer gepredigt.

Zu den Feuern gehörten auch verschiedene regionale Bräuche wie Tanzen, Singen, Springen, Raketenschießen und Anschwärzen mit der Holzkohle des Feuers. Stark ausgeprägt waren diese Bräuche in Niedersachsen und Westfalen, sagte Biegel. Zu den Besonderheiten im Braunschweiger Land zählte das Fackelschwingen.

Grundsätzlich hätten die Menschen mit den Flammen zu Ostern Aberglaube und Hoffnung verbunden. So sollten Felder fruchtbar werden, soweit das Licht des Feuers reichte. Auch Gebäude, die von Osterfeuern erhellt waren, sollten ein Jahr lang vor Unheil bewahrt und die Menschen vor Krankheit beschützt sein. Die Asche sollte Felder zusätzlich fruchtbar machen und Vieh vor Seuchen schützen.

Immer wieder habe es auch Gegner der Osterfeuer gegeben, sagte Biegel. So ordnete im Jahr 1647 Herzog August der Jüngere an, dass alle Feiertagsgelage, bei denen Knechte und Mägde gemeinsam feierten, tranken und tanzten, verboten seien, "ingleichen die Osterfeuer sollen ganz und gar abgeschaffet werden". Trotz solcher Verbote werde das Osterfeuer bis in die Gegenwart gepflegt.

Faszinieren weiter viele Menschen: Osterfeuer.

Beitrag von Evangelischer Pressedienst