Wolfenbüttel. Angesichts des Irak-Krieges hat Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel) zusammen mit allen anderen evangelischen und katholischen Bischöfen Niedersachsens und Bremens die Gemeinden zu Friedensgebeten aufgerufen. Um 18 Uhr sollten am Donnerstag, 20. März, alle Kirchenglocken läuten und die Menschen zu ökumenischen Gottesdiensten einladen.
In dem gemeinsamen Aufruf betonen die leitenden Geistlichen, dass Gebete Zeichen für weltweite Solidarität seien und den Anspruch der Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen, die zu Umkehr und Frieden befähige. "Wir wissen uns in unserem Gebet um Frieden auch in Gemeinschaft mit Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens in unserem Land", heißt es weiter.
Außerdem hat Landesbischof Weber in einem Brief an alle Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskirche darauf hingewiesen, dass der Irak-Krieg nicht den Kriterien eines "gerechten Krieges" nach der Lehre des Kirchenvaters Augustin sowie des mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin entspreche. Keine der dort vorgesehen sechs Kriterien sei im aktuellen Fall erfüllt.
Kirchliches Handeln, so Weber, sei vielmehr am Leitbegriff des gerechten Friedens zu orientieren. Dabei gehe es nicht um bloße Kriegsverhütung. Berührt seien auch Fragen der globalen Verteilungsgerechtigkeit, des Schutzes der Menschenrechte und der Bewahrung der Schöpfung. Der Bischof weiter: "Was hätte man im Irak und an anderen Kriegsherden unserer Welt ändern können, wenn nur ein Bruchteil des Geldes, das bereits jetzt in die Vorbereitungen des Krieges geflossen ist, für friedensfördernde Zwecke eingesetzt worden wäre." mic
Aufruf im pdf-Format
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20.03.2003
Kategorie: Pressestelle




