Kindergarten aktuell

 

Sie befinden sich auf der Internetseite des Martin-Luther Kindergartens in Wolfenbüttel

Nachrichten Ansicht Landeskirche

News

15.05.2011 Kategorie: Pressestelle

Veränderungen auf dem Weg

Landessynode diskutiert über die bisherige Umsetzung der Reformbeschlüsse

Goslar. In der Landeskirche Braunschweig könnte es in Zukunft „gemeindepädagogische Zentren" geben, die jeweils für mehrere Propsteien zuständig sind. Das erläuterte Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer am 14. Mai vor der Landessynode in Goslar. Dadurch könnten die Diakoninnen und Diakone konzeptionell sinnvoller eingesetzt werden. Das sei wichtig, da die Zahl ihrer Stellen nach den Reformbeschlüssen der Landessynode vom November 2010 bis zum Jahr 2020 von 54,5 auf 33 verringert werden soll. Voraussetzung sei allerdings, dass alle Diakone künftig bei der Landeskirche und nicht wie bisher auch bei den Propsteien und Kirchengemeinden angestellt seien. Hofer versicherte, dass der Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen kann.

Nach einer intensiven Diskussion und Protesten der Evangelischen Jugend beschloss die Synode, ihre Entscheidungen in diesem Bereich im Jahr 2015 zu überprüfen. Außerdem soll die Jugendkammer an der Umsetzung der Veränderungen beteiligt werden. Vertreter der Evangelischen Jugend äußerten unter anderem die Sorge, dass in Zukunft zu wenige junge Diakoninnen und Diakone zur Verfügung stehen und deshalb die Kinder- und Jugendarbeit gefährdet sein könnte.

Oberlandeskirchenrat Hofer informierte die Landessynode außerdem über den Fortgang eines von ihr beschlossenen Projektes zur Gemeindekonzeption. Danach sollen sechs Gemeinden gefunden werden, die in absehbarer Zeit unter der Begleitung von Gemeindeberatern ein neues Konzeptionsver-fahren erproben, das dann für alle Gemeinden der Landeskirche wegleitend werden könnte. Umstritten war allerdings der Beginn der Pilotphase. Einige Synodale warnten davor, das Projekt vor den nächsten Kirchenvorstandswahlen im März 2012 zu beginnen.

Darüber hinaus gab es kontroverse Einschätzungen zu einer Idee des Gemeindeausschusses, Pfarrstellen künftig „Regionen" zuzuordnen. Insbesondere deren rechtliche Qualität wurde in Frage gestellt, so dass eine neue Arbeitsgruppe für die nächste Tagung der Landessynode einen Vorschlag unterbreiten soll, wie die Idee des Gemeindeausschusses weiter verfolgt werden kann.

Im Bereich der Personalentwicklung machte Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller deutlich, dass der von der Landessynode beschlossene Abbau der Gemeindepfarrstellen auf 170 im Jahr 2020 voraussichtlich durch die normalen Pensionierungen der Pfarrerinnen und Pfarrer gelingen kann. Sie warnte sogar davor, dass nach dem Jahr 2020 ein Pfarrermangel entstehen könnte, weil dann eine große Gruppe von Pfarrern in den Ruhestand gehe.

Vor diesem Hintergrund forderte Dr. Wolfgang Hemminger (Braunschweig) die Synode auf, eine Strategie zu entwickeln, wie die Landeskirche mit weniger Personal in der Fläche präsent bleiben kann. Oberlandeskirchenrat Hofer teilte mit, dass in den nächsten Jahren nicht mehr als sechs Vikare zu erwarten seien und es deshalb notwendig werde, für das Theologiestudium zu werben.

Eine Zusammenlegung der beiden Evangelischen Familienbildungsstätten in Salzgitter und Wolfenbüttel soll es indessen nicht geben. Die von der Landessynode in Auftrag gegebene Prüfung dieser Frage hat ergeben, dass ein solcher Schritt nicht sinnvoll ist. Landeskirchenrat Cornelius Hahn machte deutlich, dass weitere Finanzkürzungen in diesem Bereich nur noch dann verantwortbar seien, wenn eine der beiden Familienbildungsstätten geschlossen wird. Sparzwänge der vergangenen Jahre hätten die Einrichtungen an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht.

Neu diskutiert wurde außerdem der Synodenbeschluss, die Stelle des Landeskirchenmusikdirektors zu streichen und nur noch den Titel beizubehalten. Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung sei nicht ausreichend klar gewesen, dass diese Konsequenz damit verbunden sei, sagte Barbara Haller (Königslutter). Falls die Streichung erfolge, sei Braunschweig die einzige Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ohne eine solche Stelle, mahnte sie. Oberlandeskirchenrat Hofer sicherte zu, dass diese Frage bei der weiteren Evaluierung der Kirchenmusik berücksichtigt werde.

Bedenken von Thomas Peter (Goslar) gegen das Theologische Zentrum in Braunschweig fanden in der Synode kaum Unterstützung. Er vertrat die Ansicht, dass der Kirchencampus in Wolfenbüttel der bessere Ort für ein solches Zentrum sei; insbesondere, weil man dort besser parken könne. Demge-genüber betonte Landesbischof Weber die herausragende Bedeutung des besonderen Ortes in Braunschweig, den Erfolg der Arbeit dort sowie die gute Zusammenarbeit mit der Brüderngemeinde. Er zeigte sich erfreut, dass die neu gegründete Evangelische Akademie Abt Jerusalem im Theologischen Zentrum darüber informiert worden sei, dass sie Mitglied im Verband der Evangelischen Akademien in Deutschland werden könne. Das sei eine große Wertschätzung.

Zum Tagungszentrum Haus Hessenkopf in Goslar konnte Landeskirchenrat Cornelius Hahn positive Fakten nennen: Die wirtschaftliche Entwicklung sei zufriedenstellend. Im Jahr 2010 habe das Haus keinen Zuschuss der Landeskirche mehr zum laufenden Betrieb erhalten. Der Netto-Gesamtumsatz von rund 560.000 Euro sei der höchste seit Beginn der Sanierungsarbeiten im Jahr 2006. Es sei allerdings nötig, dass eine durchschnittliche Belegung von 8.500 verkauften Zimmern pro Jahr erreicht werde, um das Haus langfristig zu halten.

Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer informierte die Synode über die Vorbereitungen zur Einführung eines neuen Finanzausgleichsgesetzes für die Landeskirche. Ein entsprechender Entwurf sei fast fertig, allerdings habe sich nach Diskussionen im Finanzausschuss herausgestellt, dass eine Einführung nicht bereits im Jahr 2012 sinnvoll sei, sondern erst im Jahr 2013. Vor diesem Hintergrund sei geplant, der Synode im November noch einmal einen Haushaltsentwurf nach dem bisherigen System für ein Jahr vorzulegen. Nach dem neuen System sollen sich die Ausgaben konsequent an den Einnahmen orientieren. Da es zu veränderten Finanzzuweisungen an die Kirchengemeinden komme, sei eine Übergangsphase von fünf Jahren geplant, so dass eine vollständige Neuordnung der Verteilung erst im Jahr 2017 umgesetzt sei, so Mayer.

 

Die Landessynode diskutierte den aktuellen Stand der Reformen.

Stellte die Pfarrstellenentwicklung dar: Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller.

Informierte über die Vorbereitungen für ein neues Finanzausgleichsgesetz: Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer.

Seltenes Bild: Als Vertreter von Thomas Hofer saß Domprediger Joachim Hempel (Mitte) bei der jüngsten Synodentagung zeitweise auf der Bank der Kirchenregierung. Neben ihm Uta Hirschler und Dr. Ekkehard Schulz. Fotos (4): S. Hübner