Braunschweig. Der Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes und das Kollegium des Landeskirchenamtes der Landeskirche Braunschweig haben am Montag, 20. Februar, in einer gemeinsamen Sitzung den Abschlussbericht über die Sonderprüfung der Aufbau- und Ablauforganisation sowie einer Risikoanalyse des Diakonischen Werkes beraten. Dabei hat Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber dem Aufsichtsrat das volle Vertrauen ausgesprochen. Er habe keinen Anlass daran zu zweifeln, dass der Aufsichtsrat bereits seit längerem alle Fragen der Organisation offensiv aufarbeite.
Der Aufsichtsratsvorsitzende des Diakonischen Werkes, Landrat Matthias Wunderling-Weilbier (Helmstedt), dankte dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Frobenius und Bürger (Hannover) für den Bericht. Er sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Neuordnung des Diakonischen Werkes. Daraus werde erkennbar, dass sich die Einrichtung in der Vergangenheit nicht hinreichend an den Grundsätzen des Diakonischen Corporate Governance Kodex orientiert habe. Mit der Folge, dass Transparenzstandards verletzt wurden und ein angemessenes Risiko- und Qualitätsmanagement fehlten. Eine strikte Trennung der Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Organe sei aufgrund von zum Teil vorhandenen Personenidentitäten in den Tochtergesellschaften nicht gewährleistet gewesen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende betonte, dass der Bericht noch aufklärungsbedürftige Sachverhalte deutlich mache. Ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten einzelner Verantwortlicher sei derzeit aber nicht erkennbar. Ob dem Diakonischen Werk konkreter Schaden entstanden sei, müsse weiter untersucht werden. Deswegen unterstützte der Aufsichtsrat die Bitte des Landeskirchenamtes, diese Frage durch eine weitere juristische Überprüfung lückenlos zu klären.
Dieses Ergebnis, so Wunderling-Weilbier, bestärke den Aufsichtsrat, zusammen mit Direktor Andreas Seifert das Diakonische Werk neu aufzustellen. Ziel sei eine handlungsfähige Diakonie im Braunschweiger Land, die als Lebens- und Wesensäußerung der Kirche erkennbar sei. Erste wichtige Ergebnisse, wie die Übertragung von Betriebsgesellschaften auf neue Träger, seien bereits erreicht. Landesbischof Weber versicherte dem Aufsichtsrat seine volle Unterstützung bei der Neuaufstellung des Diakonischen Werkes.



