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31.05.2013 Kategorie: Pressestelle

Kirche verkauft Tagungszentrum

Goslarer Hotel-Unternehmer soll „Haus Hessenkopf“ weiterführen

Goslar/Braunschweig. Die Landeskirche Braunschweig will ihr Tagungszentrum „Haus Hessenkopf" in Goslar künftig nicht mehr selber betreiben. Vielmehr soll die Einrichtung im Herbst an den Goslarer Hotel-Unternehmer Heiko Rataj veräußert werden. Das hat die braunschweigische Landessynode am Freitag, 31. Mai in Goslar beschlossen.

Vorausgegangen war eine umfangreiche und intensive Debat-te, in der viele Synodale zunächst Unmut über einen entsprechenden Beschlussvorschlag äußerten. In nicht-öffentlicher Sitzung mussten Hintergründe der Verkaufsbestrebungen erläutert werden.

Letztlich entschied sich die Synode aber mit großer Mehrheit für den Verkauf, wobei der Vertragsabschluss vorher der Kirchenregierung zur Zustimmung vorgelegt werden muss. Geplant ist ein Betriebsübergang, der den Mitarbeitenden des Tagungszentrums eine Weiterbeschäftigung ermöglicht. Außerdem soll die Landeskirche für mehrere Jahre ein Belegungsrecht für eigene Gruppen erhalten.

Dazu zähle auch ein Nutzungs- und Gestaltungsrecht für die Kapelle auf dem Gelände des Tagungszentrums, wie Landeskirchenrat Cornelius Hahn erläuterte. Damit werde das Haus Hessenkopf auch weiter der Kirche zur Verfügung stehen.

Für die Verkaufsentscheidung wurden sowohl inhaltliche als auch wirtschaftliche Gründe geltend gemacht. Cornelius Hahn machte auf veränderte Bildungskonzepte aufmerksam, denen das Tagungszentrum nicht mehr entspreche. Das mache sich unter anderem an den rückläufigen Belegungszahlen durch kirchliche Gruppen deutlich. Sie lägen mittlerweile unter fünfzig Prozent.

Wolf-Dieter Kleinschmidt (Bad Harzburg) wies außerdem auf die wirtschaftlichen Probleme der Einrichtung hin. Wollte man das Haus erfolgreich weiterführen, seien Zuschüsse der Landeskirche in Höhe von rund 250.000 Euro jährlich notwendig. Darüber hinaus gebe es weitere Sanierungsnotwendigkeiten von rund 1,7 Millionen Euro. Deswegen sei die aktuelle Chance zu nutzen, das Tagungszentrum einem ernsthaft interessierten Käufer zu übertragen.

Der Unmut der Synodalen hatte sich an dem kurzen Vorlauf der Verkaufsverhandlungen entzündet. Viele fühlten sich nicht ausreichend informiert und nicht ausreichend in die Beratungen einbezogen. Außerdem zeigten sie sich verwundert, weil die Synode erst vor einigen Jahren eine Teilsanierung der Einrichtung in Höhe von rund zwei Millionen Euro beschlossen hatte. Damit war die Hoffnung verbunden, das Haus ohne kirchliche Zuschüsse zu führen. Eine Hoffnung, die sich nun als nicht tragfähig erwies.

Haus Hessenkopf in Goslar.

Landeskirchenrat Cornelius Hahn.

Synodaler Wolf-Dieter Kleinschmidt. Fotos (3): S. Hübner