Braunschweig (epd). In den evangelischen Landeskirchen Braunschweig und Hannover etabliert sich eine neue Form des Ehrenamtes. In einem Pilotprojekt sind 24 Gemeindekuratoren im Einsatz. Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber sprach auf einer Tagung in Braunschweig, die am 22. November zu Ende ging, von einem "Erfolgsprojekt" im Blick auf die Zukunft der Kirche.
Der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, schloss sich dieser Auffassung an. Er bedauerte jedoch, dass noch zu wenige Gemeinden über diese neue Form des Ehrenamtes informiert seien. Die Kuratoren werden besonders fortgebildet, um vor allem in größeren Pfarrverbänden und Regionen als "Kümmerer" und Ansprechpartner die hauptberuflichen Kräfte zu unterstützen. Sie sind, wie sie auf der Tagung berichteten, zu 80 Prozent Kirchenvorsteher.
Die Tagungsteilnehmer waren sich einig, dass eine enge Anbindung an Pfarramt und Kirchenvorstand unerlässlich seien. Dieter Rammler vom Theologischen Zentrum in Braunschweig, der das Projekt zusammen mit seinem hannoverschen Kollegen Albert Wieblitz verantwortet, wies darauf hin, dass das Kuratoren-Modell ein Pfarramt mit Teamarbeit voraussetze.
Die Kuratoren haben sechs Wochenendseminare und eine halbjährige Praxisphase hinter sich. Themen waren der Aufbau und die Geschichte der Kirche, Kirchenführungen und Kirchenpädagogik, Ideen für Andachten, Kirchenarchitektur und Gebäudemanagement. Rammler und Wieblitz sind der Überzeugung, dass auch Kirchenvorsteher, die nicht die hervorgehobene Stellung eines Gemeindekurators anstreben, von dieser Ausbildung profitieren könnten. Nach den Kirchenvorstandswahlen im kommenden Jahr könnte es neue Kurse geben.




