Goslar (epd). Die Synode der braunschweigischen Landeskirche hat sich für eine weitere Zusammenarbeit der Kirchen in Niedersachsen stark gemacht. "Die Landessynode hält den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Konföderation für dringend geboten", heißt es in einem am 1. Juni einstimmig gefassten Beschluss. Zugleich bittet das Gremium die anderen Gliedkirchen, den angestoßenen Reformprozess gemeinschaftlich fortzusetzen.
Die gemeinsame Zukunft der evangelischen Kirchen in Niedersachsen ist seit längerem offen. Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen entstand 1971, mit dem Abschluss der Legislaturperiode ihrer Synode 2014 droht nun ihre Auflösung. Zur Konföderation gehören die vier evangelisch-lutherischen Landeskirchen Braunschweig (rund 370.000 Mitglieder), Hannover (knapp 2,9 Millionen), Oldenburg (447.000) und Schaumburg-Lippe (61.000) sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer (188.000).
Ein Ende der Konföderation würde die Kirchen vor ein politisches Problem stellen, sagte Landesbischof Friedrich Weber: "Bislang war stets nur ein leitender Bischof das Gegenüber der Landesregierung." Wenn die Kirchen aber nicht mehr mit einer Stimme sprechen könnten, verlören sie an Einfluss. Dies träfe insbesondere die vier kleineren Kirchen, aber auch die deutlich größere hannoverschen Landeskirche.
In Arbeitsfeldern wie Asylpolitik, Kampf gegen Extremismus oder medizinethischen Fragen arbeiteten die fünf Kirchen bislang eng zusammen, sagte Weber. Für alle Bereiche existierten Lösungen, falls die Konföderation scheitere, sagte Weber. Die braunschweigische Landeskirche wolle aber alles dafür tun, dass die bestehende Zusammenarbeit erhalten und gestärkt werde.




