Braunschweig/Wien. Landesbischof Weber hat als geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zu mehr Mut und Weitsicht für Europa aufgerufen. Das Europa der vergangenen Jahrzehnte sei eine Erfolgsgeschichte des Friedens, die angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise nicht in Vergessenheit geraten dürfe, heißt es in einer Erklärung des GEKE-Präsidiums anlässlich des Europatages der Europäischen Union am 9. Mai.
Heute bestehe die Gefahr, dass sich enttäuschte Menschen von der Idee eines geeinten Europa abwenden und Staaten sich auf ihre nationalen Spielräume zurückziehen, befürchtet der Landesbischof. Wenn die europäische Integration eher als Belastung denn als Fortschritt betrachtet würde, wären neue Trennungen, Grenzen und Bruchlinien in Europa die Folge.
Die GEKE sieht selbst in diesem Jahr auf vierzig Jahre Kirchengemeinschaft zurück. Zu ihr gehören rund hundert Kirchen in Europa mit etwa 50 Millionen Mitgliedern. Neben Landesbischof Weber gehören dem Präsidium Dr. Klara Tarr Cselovszky (Budapest) und Ratspräsident Dr. Gottfried Locher (Bern) an.
Der Europatag geht zurück auf die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion), die den Grundstein der heutigen Europäischen Union bildet. Vorgeschlagen wurde sie von Frankreichs Außenminister Robert Schumann am 9. Mai 1950.




