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19.11.2011 Kategorie: Pressestelle

Föderation statt Konföderation

Landessynode würdigt Beratungen zur Zukunft der evangelischen Kirchen in Niedersachsen

Goslar. Die braunschweigische Landessynode hat die Beratungen über eine Föderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen zustimmend zur Kenntnis genommen. Bei ihrer Tagung in Goslar ermutigte sie am 19. November die Braunschweiger Mitglieder einer Ad-hoc-Kommission der betreffenden Kirchen, entsprechende Überlegungen weiter zu konkretisieren.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer informierte über den bisherigen Stand der Beratungen. Unter der Moderation des Schleswiger Bischofs Gerhard Ulrich sei die Idee entstanden, die bisher bestehende Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zu einer Föderation weiterzuentwickeln. Dadurch könne eine noch engere Zusammenarbeit der vier lutherischen Kirchen in dem Bundesland erreicht werden. Vorbild dafür sei die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD).

Hofer betonte, dass die Eigenständigkeit der Landeskirche Braunschweig in diesem Modell erhalten bleibe. Durch einen eigenen Landesbischof, eine eigene Landessynode, eigenständige Finanzverwaltung und Personalhoheit bleibe sie eine regionale Identifikationsgröße für die Menschen im Braun-schweiger Land. Gleichwohl werde durch eine Föderation der politische Einfluss der evangelischen Kirche in Niedersachsen gestärkt. Insbesondere dann, wenn sie nicht nur als Verband, sondern als Kirche gebildet werde.

Die ständige Außenvertretung solle der hannoversche Landesbischof übernehmen. Darüber hinaus sei an ein gemeinsames Kirchenamt gedacht, um Kosten zu reduzieren und Doppelstrukturen abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden vermieden. In einem Schreiben vom August dieses Jahres hatte die Kirchenregierung der Landeskirche Braunschweig diese Pläne bereits grundsätzlich begrüßt.

Um die Gemeinsamkeit der evangelischen Kirchen in Niedersachsen zu stärken, hat die Landessynode außerdem beschlossen, die synodale Verantwortung für die „Evangelische Zeitung" der Synode der Konföderation und ihrem Bildungs- und Medienausschuss zu übertragen. Dessen Vorsitzender ist Propst Andreas Weiß (Königslutter).

Wie der Vorsitzende des Braunschweiger Medienausschusses Propst Joachim Kuklik (Salzgitter) betonte, sei es sinnvoll, die Zuständigkeit für die gesamte konföderierte Publizistik zentral wahrzunehmen. Der Evangelische Pressedienst und der Evangelische Kirchenfunk werden bereits seit langem in erster Linie von der Konföderationssynode verantwortet.

Die „Evangelische Zeitung" ist die wöchentlich erscheinende gemeinsame Kirchenzeitung der Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg. Mit Blick auf den generellen Fortbestand der Zeitung behält sich die braunschweigische Landessynode eine Mitwirkung allerdings vor.

Angesichts der schwierigen Lage von Flüchtlingen in Deutschland und den aktuellen Vorkommnissen in Hoya fordert die Landessynode eine Neuregelung des Bleiberechts mit dem Ziel, sogenannte Kettenduldungen abzuschaffen. Sie hat Landesbischof Weber in seiner Eigenschaft als Ratsvorsitzender der Konföderation gebeten, sich gegenüber der niedersächsischen Landesregierung und der Innenministerkonferenz der Länder für eine Bleiberechtsregelung für geduldete Flüchtlinge einzusetzen.

Eine neue gesetzliche Bleiberechtsregelung solle fünf Standards enthalten: Verzicht auf eine Stichtagsregelung und stattdessen Orientierung an einer Mindestaufenthaltsdauer, Senkung der Anforderungen an die Lebensunterhaltssicherung, kein Ausschluss von alten, kranken und behinderten Menschen vom Bleiberecht, Verzicht auf restriktive Ausschlussgründe sowie keine Familientrennung.

In einer umfangreichen und intensiven Diskussion hat sich die Landessynode außerdem über eine Neuordnung des Kollektenwesens in der Landeskirche ausgetauscht. Auf Anregung von Domprediger Joachim Hempel (Braunschweig) werden die Ausschüsse der Synode prüfen, ob die Kollekten künftig von den Kirchengemeinden bestimmt werden sollen. Bislang regelt ein einheitlicher und für alle Gemeinden gültiger Kollektenplan der Kirchenregierung den jeweiligen Zweck der Kollekten.

In der Debatte wurde deutlich, dass es sich bei den Kollekten nicht nur um ein wirtschaftliches Thema handelt, sondern vor allem um eine geistliche und theologische Frage. Oberlandeskirchenrat Hofer wies darauf hin, dass viele Kollekten bereits jetzt den Gemeinden zugute kämen. Bei anderen gehe es um die Solidarität mit notleidenden Menschen in aller Welt sowie die Unterstützung ökumenischer, missionarischer und diakonischer Initiativen.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer.

Propst Joachim Kuklik.

Propst Andreas Weiß.

Landesbischof Weber im ZDF-Interview über die Lage von Flüchtlingen in Niedersachsen.

Synodenpräsident Gerhard Eckels. Fotos (5): S. Hübner